Osteochondrosis dissecans (OCD)

Die OCD ist eine häufige Skelettentwicklungsstörung rasch wachsender Hunde mittelgroßer und großer Rassen im Alter von 5 - 12 Monaten. Es handelt sich bei der OCD um eine Erkrankung des Gelenkknorpels. Ursache hierfür ist eine Knorpelwachstumsstörung, bei der es zur Ablösung eines Knorpelstücks samt darunterliegendem Knochengewebe kommt. Die so entstandene Knorpelschuppe, auch "Gelenkmaus" genannt, kann den normalen Bewegungsablauf des betroffenen Gelenks stören, Schmerzen verursachen und Entzündungen hervorrufen. Lahmheit und vermehrte Gelenkfüllung sind die Folge.

Die OCD gilt als eine multifaktorielle Erkrankung, in der Vererbung und Ernährung, vor allem übermäßige Energie- und Kalziumzufuhr, eine bedeutende Rolle spielen. Auch hormonelle Inbalanzen und Traumata kommen als Ursache in Frage. Bevorzugt betroffen sind die konvexen Gelenkflächen des Schultergelenks (vor allem beim Boxer, Deutsch Drahthaar, Deutsch Kurzhaar, Dogge, Riesenschnauzer, Rhodesian Ridgeback), des Ellenbogengelenks (vor allem beim Labrador und Golden Retriever), des Sprunggelenks (vor allem beim Rottweiler, Labrador Retriever und verschiedenen Terrierarten - Staffordshire, Bull und Pit Bull Terrier) und des Kniegelenks (vor allem beim Hovawart, Bernhardiner, Leonberger, Retriever, Rottweiler). Zur Diagnosesicherung dienen Röntgenbefunde. Es ist ratsam, die losgelöste Knorpelschuppe operativ zu entfernen. Eventuell muss die Fütterung geändert werden.

Wachstumsstörungen des Skelettes kommen beim Junghund leider relativ häufig vor. Besonders problematisch sind sie, wenn Knochen betroffen sind, deren Form und Funktion von einem ausgewogenen Längenwachstum abhängig ist. Beim Hund ist die Längenzunahme der Knochen zwischen dem 4. - 6. Lebensmonat am größten. Aus diesem Grund treten Skelettentwicklungsstörungen in diesem Zeitraum auch gehäuft auf. Mit sieben Monaten haben die meisten Hunde 90 % ihrer endgültigen Körpergröße erreicht. Mit dem 9. - 10. Monat ist das Längenwachstum dann beendet. Hunde kleinwüchsiger Rassen sind zeitiger ausgewachsen als Hunde großwüchsiger Rassen.

Als Ursache solcher Entwicklungsstörungen kommen eine Vielzahl von Möglichkeiten in Betracht. So unterscheidet man genetisch bedingte Entwicklungsstörungen, stoffwechselbedingte und multifaktorielle Ursachen (z.B. hormonelle Inbalanzen, ernährungsbedingte Fehlsteuerungen, Störungen in der Vitaminversorgung, Haltungsfehler) und erworbene, traumatisch bedingte Wachstumsstörungen.

Klinische Symptome:
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•Lahmheit des betroffenen Beines und Verschlimmerung beim Laufen. Das Gelenk ist nach Ruhepausen steif.

•Die Schrittlänge der betroffenen Gliedmaße verkürzt sich.

•Die Bewegung der Schulter kann schmerzhaft sein.

•Beide Schultern können betroffen sein, auch wenn nur auf einer Seite eine Lahmheit zu erkennen ist.

Die gesunde Schulter
1. Scapula (Schulterflügel)
2. Kopf des Humerus - gesund, gute runde Form

Die Schulter mit OCD

Kontrastarthrogram der Schulter mit OCD - Kontrastmittel wurde in das Schultergelenk gespritzt.

3. Die OCD Verletzung des Humerus erkennt man als einen veränderten, verdickten Bereich des Knorpels. Das Kontrastmittel ist unter die Knorpelschicht gelaufen, welche sich abgespalten hat.

4. Knorpelfragmente lösen sich ab und sind innerhalb des Gelenks erkennbar.